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Die Stimmung beeinflusst das Verlangen nach Alkohol bei Männern und Frauen unterschiedlich

Zusammenfassung: Die Stimmung einer Person trägt zusätzlich zu alkoholbedingten Hinweisen zum Verlangen nach Alkohol bei Männern und Frauen auf entgegengesetzte Weise bei.

Quelle: Forschungsgesellschaft für Alkoholismus

Laut einer neuen Studie tragen die Stimmungsschwankungen von Trinkern und die Exposition gegenüber alkoholbedingten Hinweisen – Bierdosen, Riegel und Trinkkumpane – bei Männern und Frauen auf entgegengesetzte Weise zum Verlangen nach Alkohol bei.

Die Ergebnisse haben Auswirkungen darauf, wie Männer und Frauen gefährliche Trinkgewohnheiten entwickeln und wie dies verhindert oder behandelt werden kann.

Einige Theorien verknüpfen den Alkoholkonsum mit positiven und negativen Emotionen: Trinken, um entweder die gute Laune zu verbessern oder mit Stress fertig zu werden, kann zu einem sich selbst verstärkenden Kreislauf werden.

Studien haben jedoch gemischte Ergebnisse geliefert, die darauf hindeuten, dass die Stimmung mit unterbewussten kognitiven Prozessen interagiert, um die Suche nach Alkohol zu fördern. Diese unbewussten Prozesse umfassen Aufmerksamkeitsverzerrungen; Starke Trinker sind besonders auf alkoholbezogene Reize eingestellt (Bilder, Gerüche und Interaktionen, die sie an das Trinken erinnern).

Frühere Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass sich die Aufmerksamkeitsverzerrung schnell verschieben kann und mit Emotionen interagiert, um ein sofortiges Verlangen nach Drogen zu erzeugen, und dass diese Effekte durch psychologische und soziale Faktoren im Zusammenhang mit dem biologischen Geschlecht variieren können.

Für das Studium in Alkoholismus: Klinische und experimentelle ForschungErmittler an der University of Central Florida untersuchten, wie sich die Aufmerksamkeit auf alkoholbedingte Hinweise auf das Verlangen im Moment und den Einfluss von Stimmung und biologischem Geschlecht auswirkt.

Die Forscher arbeiteten mit Daten von 69 College-Studenten im Alter von 18 bis 29 Jahren, die keine Stimmung, Angst, Drogenkonsum oder psychotischen Zustand hatten. Zwei von drei waren weiblich und 91 % waren Weiße.

Die Teilnehmer trugen bis zu 15 Tage lang ein digitales Tablet und reagierten auf Bewertungen ihrer aktuellen Stimmung und ihres Alkoholkonsums, ein Prozess, der 4.010 Messungen ergab. Die Bewertungen umfassten die Stimmung (z. B. „Wie nervös/traurig/freudig fühlen Sie sich gerade?“) und das Verlangen nach Alkohol (z. B. „Wie stark ist Ihr Drang, gerade Alkohol zu trinken?“).

Die Aufmerksamkeitsverzerrung der Teilnehmer wurde durch eine visuelle Aufgabe mit alkoholbezogenen und nicht alkoholbezogenen Reizen bewertet. Die Forscher verwendeten statistische Analysen, um Zusammenhänge zwischen der momentanen Stimmung der Teilnehmer, dem Verlangen nach Alkohol und der Aufmerksamkeitsverzerrung zu untersuchen.

Positive Stimmung war mit vorübergehendem Verlangen nach Alkohol verbunden, was mit der Theorie übereinstimmt, dass eine optimistische Stimmung das Trinken fördert (das Affektregulationsmodell). Die Verbände nahmen jedoch für Männer und Frauen entgegengesetzte Formen an.

Bei Männern wurde der Zusammenhang zwischen ihrer Aufmerksamkeit für Alkoholsignale und ihrem Verlangen nach Alkohol stärker, wenn sie einen vorübergehenden Stimmungsaufschwung erlebten. Bei Frauen verstärkte sich diese Assoziation während vorübergehender Stimmungsumschwünge („niedrig positiv“).

Frühere Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass sich die Aufmerksamkeitsverzerrung schnell verschieben kann und mit Emotionen interagiert, um ein sofortiges Verlangen nach Drogen zu erzeugen, und dass diese Effekte durch psychologische und soziale Faktoren im Zusammenhang mit dem biologischen Geschlecht variieren können. Das Bild ist gemeinfrei

Bei Frauen mit niedriger positiver Stimmung kann möglicherweise ein anderer Prozess beteiligt sein: Heißhunger im Zusammenhang mit den positiven Gefühlen einer Droge kann zu negativen Gefühlen des Wunsches nach dieser Droge übergehen (Theorie der Anreizsensibilisierung).

Dies ist die erste Studie, die eine solche Assoziation beim Menschen findet, und trägt möglicherweise zum Beweis bei, dass Frauen suchtähnliche Verhaltensmerkmale schneller entwickeln als Männer.

Die Studie liefert weitere Beweise für geschlechtsspezifische Unterschiede in Bezug auf Aufmerksamkeit und Verlangen nach Alkohol – ein Phänomen, das möglicherweise die unterschiedliche kognitive Verarbeitung von Aufmerksamkeits- und sozialen Hinweisen bei Männern und Frauen widerspiegelt.

Die Ergebnisse unterstreichen den Einfluss der Stimmung auf die Aufmerksamkeitsverzerrung und das Verlangen nach Alkohol. Interventionen, die darauf abzielen, die Aufmerksamkeit von Alkoholsignalen wegzulenken, um das Verlangen zu reduzieren, können bei der Behandlung von Alkoholkonsumstörungen wichtig sein und bei Männern und Frauen zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.

Weitere Untersuchungen sind erforderlich, um festzustellen, ob die Studienergebnisse auf verschiedene Bevölkerungsgruppen zutreffen, und um die geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Stimmung, Aufmerksamkeitsverzerrung und dem Verlangen weiter zu untersuchen.

Siehe auch

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Über diesen Alkoholkonsum und Stimmungsforschung gibt es Neuigkeiten

Autor: Pressebüro
Quelle: Forschungsgesellschaft für Alkoholismus
Kontakt: Pressestelle – Forschungsgesellschaft für Alkoholismus
Bild: Das Bild ist gemeinfrei

Originalforschung: Geschlossener Zugang.
Aufmerksamkeitsverzerrung und Verlangen nach Alkohol: Unterschiedliche Auswirkungen über biologisches Geschlecht und Stimmung“ von Katie R. Moskal et al. Alkoholismus: Klinische und experimentelle Forschung


Abstrakt

Aufmerksamkeitsverzerrung und Verlangen nach Alkohol: Unterschiedliche Auswirkungen über biologisches Geschlecht und Stimmung

Hintergrund

Aufmerksamkeitsverzerrung (AB) wurde mit Alkoholkonsum, Stimmung und Verlangen nach Alkohol in Verbindung gebracht, mit wesentlichen Unterschieden zwischen verschiedenen Arten von Stimmung und biologischem Geschlecht. Es ist jedoch eine weitere Erforschung der Rolle von AB bei diesen Alkoholvariablen erforderlich. Die aktuelle Studie untersuchte die Beziehung zwischen Stimmung und AB als Prädiktoren für das Verlangen nach Alkohol unter Verwendung einer ökologischen momentanen Bewertung (EMA). Die explorative Analyse untersuchte diese Effekte als Funktion des biologischen Geschlechts.

Methoden

Teilnehmer (nicht = 69) von einer Midwestern University trug 15 Tage lang ein mobiles Gerät und lieferte Bewertungen der momentanen Stimmung (positive Stimmung, ängstliche Stimmung und traurige Stimmung), Alkoholverlangen und AB. Die Daten wurden unter Verwendung eines zweistufigen mehrstufigen Regressionsmodells analysiert, wobei die Zusammenhänge zwischen Verlangen, Stimmung und AB sowohl auf der momentanen als auch auf der Zwischensubjektebene untersucht wurden.

Ergebnisse

In allen Bewertungen waren positive und negative Stimmungen positiv mit momentanem Verlangen verbunden, wobei festgestellt wurde, dass AB zwischen Männern und Frauen unterschiedlich wirkt. Auf der Innersubjektebene verstärkte ein Anstieg der positiven Stimmung bei Männern die AB-Craving-Assoziation, während Frauen stärkere AB-Craving-Assoziationen zeigten, wenn die positive Stimmung abnahm. Auf der Zwischensubjektebene führte merkmalsähnliche Traurigkeit bei Männern zu positiven AB-Craving-Assoziationen, bei Frauen war dies jedoch das Gegenteil. In ähnlicher Weise waren AB-Verlangen-Assoziationen bei Männern mit merkmalsähnlicher positiver Stimmung positiv und robust, aber auch hier wurde bei Frauen das Gegenteil beobachtet.

Ergebnisse

Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung und Nuancen des biologischen Geschlechts im Zusammenhang mit Stimmung, AB und Verlangen. Interventionen, die auf AB und/oder Emotionsregulation abzielen, können für Männer und Frauen zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.

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